Gartenfreunde am Teufelsmoor e.V.

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Verfasst am 04.04.2026 um 19:30 Uhr

Schnecken im Garten – ungeliebt, aber unverzichtbar

Schnecken gehören zu den häufigsten Gartenbewohnern und gleichzeitig zu den Besuchern, die keiner haben möchte. Besonders Nacktschnecken geraten schnell in Verruf, wenn sie sich über Salat oder junge Gemüsepflanzen hermachen. Dabei lohnt sich ein genauerer Blick, denn Schnecken sind ein fester Bestandteil des natürlichen Gleichgewichts im Garten.


In Kleingärten leben viele verschiedene Schneckenarten. Neben den bekannten Nacktschnecken gibt es auch zahlreiche Gehäuseschnecken, wie zum Beispiel die Weinbergschnecke, die sogar unter Naturschutz steht. Wichtig ist zu wissen, dass nicht alle Schnecken Pflanzen schädigen. Viele ernähren sich vor allem von abgestorbenen Pflanzenteilen und helfen so bei der Zersetzung organischen Materials.


Schnecken übernehmen wichtige Aufgaben für Boden und Natur. Sie tragen zur Humusbildung bei, verbessern die Bodenstruktur und sind eine wichtige Nahrungsquelle für Tiere wie Igel, Kröten, Laufkäfer und Vögel. Ein Garten ganz ohne Schnecken wäre daher kein gesunder Garten.


Ein starkes Auftreten von Nacktschnecken ist häufig ein Hinweis darauf, dass das ökologische Gleichgewicht gestört ist. Sehr feuchte Bedingungen, stark gedüngte Böden oder das Fehlen natürlicher Fressfeinde können dazu beitragen, dass sich Schnecken stark vermehren.


Statt Schnecken grundsätzlich zu bekämpfen, ist eine natürliche Regulierung sinnvoller. Wer Rückzugsorte für Nützlinge schafft, fördert ganz automatisch deren natürliche Feinde. Mechanische Maßnahmen wie Schneckenzäune, Hochbeete oder Pflanzenschutzkragen können empfindliche Pflanzen schützen, ohne anderen Tieren zu schaden. Auf chemische Schneckenmittel sollten Gartenfreunde – auch im Hinblick auf die Satzungen – verzichten.


Schnecken gehören zum Gartenleben dazu – auch wenn sie manchmal mehr Geduld erfordern, als man Nutzen erkennen kann. Wer sie nicht nur als Schädlinge betrachtet, sondern als Teil eines lebendigen Gartens, fördert langfristig ein gesundes und ausgewogenes Miteinander von Pflanzen, Tieren und Menschen.


Autorin: Michaela Degener